Sonne, Strand und Meer….

Nachdem ich in den letzten Wochen aufgrund des schlechten Wetters und der Corona-Situation hier in Japan, als die Zahlen stark gestiegen sind, nicht so viel machen konnte, war es dringend nötig , mal wieder aus der Bude rauszukommen und etwas zu unternehmen…

Gesagt, getan….

Da die Wettervorhersage für das Wochenende echt super war, hatte ich mir überlegt, nach Kamakura zu fahren und mich am Strand etwas zu entspannen und um natürlich auch noch ein paar Sachen anzusehen.
Kamakura ist mit dem Zug nur ca. 45min von Yokohama weg und somit einfach zu erreichen.

Da es mit dem Aufstehen nicht so geklappt hat (war ja schließlich WE…) und ich dann auch noch ganz knapp meine U-Bahn verpasst habe, war ich etwas später als geplant in Kamakura.
Aber war ja egal. Das Erste, was ich mir anschauen wollte, war natürlich der große “Daibutsu” (=Buddha). Da das Ziel ja etwas Bewegung zu bekommen war, bin ich nicht auf direktem Weg zum Daibutsu gegangen sondern habe noch einen kleinen Spaziergang durch den Wald gemacht.

Nach knapp 45min Fußmarsch war ich dann am Daibutsu :

Der Daibutsu steht im Tempel “Kotoku-in” und besteht aus Bronze und hat beim Bau der Statue im Jahre 1252 das Land fast in den Bankrott getrieben, da alle Bronzevorräte aus dem ganzen Land herangeschafft werden mussten, um die Statue fertig zu stellen. Die ist mit knapp 14m jetzt auch nicht so ganz klein…
Im Rahmen einer Geschäftsreise im Jahr 2008 war ich schon einmal in Kamakura und normalerweise kann man auch in die Statue hineingehen, was aber gerade wegen Corona nicht möglich ist. Vermutlich wegen des mangelndem Abstands…

Danach habe ich mir den Tempel “Hase-dera” angesehen, der wirklich schön ist und schon der Eingangsbereich mit der großen Lampe sieht super aus.

Eingang Hase-dera

Wie man sehen kann hat hier schon die Blühte begonnen. Das sind allerdings keine Kirschblühten, sondern blühende Pflaumenbäume. Die sind etwas früher dran als die Kirschen…

Wie so häufig gibt es auch in diesem Tempel gleich noch einen Schrein, der der Gottheit Jizoo gewidmet ist, der Schutzgottheit der Kinder.

Allerdings nimmt man die ganze Sache etwas anders war, wenn man den Hintergrund etwas genauer kennt. Denn in diesem Schrein stehen hunderte von kleinen Jizoo-Statuen und jede steht für das Gedenken an ein totes Kind (Totgeburt, Abtreibung, aus welchem Grund auch immer…).

Ein Teil des Schreins befindet sich in einer Höhle. Wer Platzangst hat, sollte da besser nicht reingehen.

Dass die Japaner auch durchaus Humor haben und etwas lockerer mit Corona umgehen, sieht man an folgendem Bild :

Von dem Tempel hatte man auch einen schönen Blick auf Kamakura und das Meer…..

Blick vom Hase-dera auf Kamakura und das Meer

Dann war erst es Zeit für etwas zu essen und wenn man schon mal am Meer ist, dann muss man natürlich Fisch essen. Kamakura ist nicht nur für den Daibutsu bekannt, sondern auch für Shirasu, was ich natürlich gleich probieren musste :

Shirasu

Bei Shirasu handelt es sich um ganz junge Fische (Anchovis, Hering oder Sardinen), die nur ca. 1,5cm lang sind und direkt in Kamakura gefischt werden. Also frischer geht nicht mehr… Diese werden gekocht (gibt es auch roh) auf Reis und mit einem rohen Eigelb serviert. Sehr, sehr lecker !!!

Dann war es aber endlich Zeit für Strand und das Meer. Ich bin dann einfach etwas am Strand entlang gelaufen und habe die Sonne genossen. Mit 15 Grad war es durchaus angenehm warm. Zwischendurch habe ich mich auf eine kleine Bank gesetzt und habe den doch zahlreichen Wassersportlern zugesehen.

Was ich aber etwas vermisst habe, ist eine belebte Strandpromenade. Und das liegt nicht an Corona. Das gibt es hier schlicht nicht. Bars und Restaurant muss man an der Straße direkt am Strand schon suchen. Ich bin dann doch noch fündig geworden und habe schön mit Blick auf das Meer ein köstliches alkoholisches Getränk zu mir genommen. Naja, vielleicht waren es auch zwei…

Es war wirklich ein schöner Ausflug und das werde ich bestimmt noch öfters machen….

1 Comment

  1. Hallo Stefan,

    cool, in 45 Minuten ans Meer. Und dann haben die nicht mal ‘ne ordentliche Strandbar für Dich 🙂 Sehe ich da eine Marktlücke…? Das Shirasu sieht echt lecker aus, faszinierend was Du Dich alles traust.

    Ich lese hier fleißig mit und man bekommt richtig Lust auf Japan. Hoffentlich hat das Erdbeben von heute nichts bei Dir angerichtet.

    Viele Grüße aus dem -5°C kalten Ingolstadt
    Ralf

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