Die japanischen Alpen

Eigentlich wollte ich ja in der Obon-Woche Anfang August eine etwas längere Tour mit dem Motorrad durch die japanischen Alpen machen. Aber das Wetter hatte mir da einen Strich durch die Rechnung gemacht. Deshalb dachte ich mir, dann mache ich eben eine etwas kürzere Tour über ein Wochenende in die Alpen.

Am letzten Wochenende im August war es dann soweit. Der Wetterbericht versprach gutes Wetter und so ging es dann am Samstagmorgen um 5:30h los. Das Ziel war die Stadt Matsumoto, was so ganz grob in der Nähe von Nagano liegt, wo auch schon einmal die olympischen Winterspiele stattgefunden haben. Den doch sehr frühe Start hatte ich gewählt, da ich zum einen möglichst früh aus Yokohama rauskommen wollte, wenn der Verkehr noch nicht so stark ist und zum anderen, da ich mir mit knapp 450km doch einiges für den Tag vorgenommen hatte.

Die Tour sah ganz grob so aus :

In Summe für das Wochenende waren es dann fast 1000km.

Das Wetter war dann auch den ganzen Tag über super und am Nachmittag, als die Temperaturen dann im Tal doch auch über 30Grad gestiegen sind, war ich schon in den Bergen, wo es doch deutlich kühler war.

Hier sind ein paar Eindrücke auf dem Weg in die Alpen :

Die Alpen selbst sehen hier dann so aus :

Die schönste Strecke auf dem Weg nach Matsumoto war die sogenannte “Venus line”. Eine richtig geile Strecke mit tollen Kurven, die schön zu fahren ist. Da diese Strecke aber natürlich ziemlich beliebt ist, war teilweise doch etwas mehr Verkehr. Aber meisten machen die Japaner doch schnell Platz zum überholen und falls nicht, dann helfen auch ein paar kompromisslose Überholmanöver.

Kurz vor Matsumoto war dann die Straße gesperrt, so dass ich noch einen Umweg fahren musste, wozu ich zu diesem Zeitpunkt überhaupt keine Lust mehr hatte, da es dann schon fast 18:00h war und mir echt der Hintern weh getan hat. Schließlich war ich zu diesem Zeitpunkt schon 12h auf dem Bock gesessen….

Aber es hat ging dann doch ganz gut und ich bin in meinem Hotel (“Southern Cross Inn”) gut angekommen. Der Name des Hotels sieht dann übrigens auf Japanisch (Katakana) so aus :

Wenn man die Katakana-Zeichen in Romanji “übersetzt” dann spricht sich das wie folgt aus : “Sazan kurosu in”. Mit Katakana versuchen die Japaner eben, Fremdwörter so darzustellen, dass sie mit den japanischen Silben ausgesprochen werden können.
Das Hotel war eigentlich ganz gut, aber leider gab es keine Bar. Was aber nicht so schlimm war, denn sie hatten zumindest einen Bierautomaten…

Bier- und Chuhai-Automat

Nach dem Duschen und dem ersten Bier musste ich mir dann erst mal etwas zum Essen suchen, was um 19:30h in Japan mit aktivem “State of Emergency” nicht so einfach sein kann, wenn die Restaurants schon um 20:00h zumachen müssen. Aber es gibt ja zum Glück immer noch McDonalds. Auf Conbini-Dinner hatte ich dieses Mal nämlich keine Lust…

Matsumoto ist eigentlich eine ganz nette Stadt, wobei das Schloss von Matsumoto, das aus dem Jahr 1507 stammt, sicherlich das Highlight ist.

Hier mal ein paar Eindrücke :

Nach dem Essen bin ich dann doch noch in den Conbini gegangen und habe mir 2 Chuhai gekauft. Anschließend habe ich mich auf eine Bank vor dem Matsumoto Castle gesetzt und in stimmungsvoller Atmosphäre meine beiden Chuhai getrunken…..;-)

Am nächsten Tag habe ich dann etwas ausgeschlafen und bin erst um 6:30h losgefahren. Für den Tag waren zwar mehr als 500km geplant, aber darin enthalten waren auch ca. 250km Autobahn. Also kein Problem. Dachte ich zu diesem Zeitpunkt zumindest….

Aber wie so häufig kommt es anders als man denkt. Die Strecke für diesen Tag hatte ich mir auf Empfehlung von einem Kollegen ausgesucht. Das war eine seiner Lieblingsstrecken. Man fährt quasi fast die ganze Zeit auf der 152. Dabei wechselt die Strecke immer wieder zwischen gut ausgebauten Straßenabschnitten und kleineren Straßenabschnitten, die durch die Wälder führen. Hört sich erst einmal wirklich vielversprechend an.

Die Problem fingen aber schon nach wenigen Kilometern an. Die erste Streckensperrung, aber alles kein Problem, es gab eine einigermaßen passende Umleitung. Das ganze ging dann aber leider so weiter und zwar waren alle der kleineren Streckenabschnitte der 152 durch die Wälder gesperrt. Das Problem war dabei, dass ich das jeweils immer erst dann gemerkt habe, als ich quasi direkt vor der Absperrung gestanden bin. Am Anfang dachte ich noch, das liegt daran, dass ich die japanischen Schilder einfach nicht lesen kann. Da dann aber auch jap. Motorradfahrer an den Absperrungen standen ,war mir dann klar, dass es einfach keine Hinweisschilder gegeben hat…

Das hieß dann aber jedes Mal wieder min. 10-15km zurückfahren und erst mal eine alternative Route suchen. Erschwerend kam hinzu, dass ich jetzt nicht mehr in den Bergen war sondern deutlich tiefer und die Temperaturen stiegen am Mittag auf 33Grad.
Die Sache wurde dann immer übler, da ich teilweise die Umleitung von der Umleitung zur Umleitung gesucht habe. Die kleineren Strecken hatten wohl doch sehr unter den starken Regenfällen gelitten. Irgendwann war es dann 15:00h und es waren immer noch mehr als 300km zu fahren und echt saumäßig heiß. Da habe ich mich dann dazu entschlossen, an dem Tag nicht mehr zurück nach Yokohama zu fahren, sondern mir in Hatsumoto ein Hotel in Autobahnnähe zu suchen und die restlichen Kilometer am Montag nach Yokohama zu fahren.
Das Hotel lag dann quasi direkt an der Autobahnausfahrt und nach einer Dusche, einem Abendessen und ein paar Bier, die ich mir echt verdient hatte, ging es dann ins Bett. Am Montag bin ich dann wieder um 6:30h losgefahren und war dann um 9:30h wieder zu Hause in Yokohama.

Aber die Rückfahrt hatte natürlich auch ihre schönen Seiten, hier sind ein paar davon :

Auch wenn der Rückfahrt wirklich anstrengend war, hat die Tour doch sehr viel Spaß gemacht und vielleicht ergibt sich im Herbst noch einmal eine Gelegenheit, dann aber mit anderer Streckenführung für die Rückfahrt… 😉

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