Weihnachten in Japan

In der Weihnachtszeit geht man natürlich auch mal auf einen Weihnachtsmarkt und deshalb bin ich am 22.12. auf den Weihnachtsmarkt in Yokohama gegangen. Eigentlich wollte ich das schon längst machen, schließlich wäre es von meinem temporären Apartment aus viel näher gewesen als jetzt. Aber Corona bedingt muss man sich vorher eine Eintrittskarte reservieren. Und da bisher bei meinen spontanen Versuchen immer schon alle Karten weg waren, hat es eben erst jetzt geklappt.

Wie schon ein paar Mal erwähnt wird in Japan Weihnachten nicht gefeiert und so kann man eigentlich auch nicht erwarten, dass auf einem Weihnachtsmarkt in Japan wirklich weihnachtliche Stimmung aufkommt. Aber gut, man muss der Sache eben eine Chance geben. Der Weihnachtsmarkt ist in Yokohama bei den “Red Brick Warehouses” und zumindest die Beleuchtung auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt war schon sehr schön.

Es ist schon etwas ungewohnt, wenn man, um auf den Weihnachtsmarkt zu kommen, erst einmal in einer Schlange stehen muss, aber wie in Japan üblich ist alles gut organisiert und jeder wartet brav und ordentlich in der Schlange….
Nach weniger als 10min. war ich dann endlich auf dem Weihnachtsmarkt und die Aufmachung war auch wie man es sich vorstellt.

Eigentlich wollte ich ja nur kurz was Essen und Trinken und bei den Preisen blieb es dann auch beim “kurz”. Denn für eine Bratwurst muss man hier schon mal 10€ hinlegen und für 0,5L Bier (zugegebenermaßen bayrisches Importbier) sind es stolze 12€.
Je länger ich in Japan bin, desto häufiger denke ich, dass der Wasen oder das Oktoberfest doch eigentlich gar nicht so teuer sind….
Ich habe dann zwar eine Wurst gegessen, denn ich hatte ja schließlich Hunger, habe mich dann aber mit einem Glühwein begnügt, der “nur” 5€ gekostet hat, dafür aber auch echt gut war.

Danach habe ich mir noch den Weihnachtsbaum angesehen, der wirklich groß und schön war. Ich weiß allerdings nicht, ob der Baum echt oder künstlich war.

Würde ich noch einmal auf den Weihnachtsmarkt gehen ? Vermutlich nicht…..

Am 24.12. habe ich dann ganz normal bis 19:30h gearbeitet. Aber an dem Tag wollte ich mir dann doch etwas besonderes zum Abendessen gönnen und bin Sushi-Essen gegangen. Das Sushi war super und die Auswahl war phänomenal.

Abendessen am heiligen Abend

In dem Sushi-Restaurant war nicht viel los, denn in Japan gibt es einen merkwürdigen Brauch. An Weihnachten gehen nämlich viele Japaner zum Kentucky-Fried-Chicken (KFC). Da ist dann so viel los, dass man 2-3 Wochen vorher seine Bestellung aufgeben muss, um noch etwas zu bekommen. Der Brauch geht angeblich auf das Jahr 1974 zurück als ein paar Expats sich beschwerten, dass es in Japan für das Weihnachtsessen keinen Truthahn zu kaufen gab und sie dachten wohl, dass KFC dem dann am nächsten kommt. Heute macht KFC an den 3 Weihnachtstagen 5% seines kompletten Jahresumsatzes. Schon verrückt….

Am 26.12. ging es dann spontan zum Skifahren. Um 4:00h haben mich 2 Kollegen abgeholt und dann sind wir nach Kusatsu gefahren, was ca. 4h von Yokohama entfernt ist. Zur Orientierung, Kusatsu liegt hier :

Kusatsu [Quelle : Google Maps]

Kusatsu liegt auf ca. 1250m Höhe und eigentlich geht das Skigebiet bis auf knapp 2000m hoch, aber leider war die Gondel defekt, so dass es mit den Sesselliften nur bis auf 1600m ging. Das Skigebiet ist relativ klein und die Pisten sind auch nicht besonders schwierig, was mir aber auch ganz recht war, da ich ja schon min. 10 Jahre keine Ski mehr an den Füßen hatte.
Um ca. 8:00h waren wir da und ich habe mir erst einmal Ski ausgeliehen. Anschließend ging es dann auch schon auf die Piste. Die Pisten waren gut präpariert, denn leider gab es nicht viel Schnee, aber es hat zum Fahren locker gereicht.

Kusatsu Skipiste
Das Ski-Team….

Und natürlich haben wir auch mal Pause zwischen den Abfahrten gemacht….

Notwendige Pause….

So etwas wie Apres-Ski gibt es hier zwar nicht, aber hier geht man nach dem Skifahren auch eher in ein Onsen. In ein Onsen zu gehen ist etwas sehr japanisches…. Bei einem Onsen handelt es sich um ein öffentliches Bad, bei dem das Wasser aus einer heißen Quelle vulkanischen Ursprungs kommt. Das Onsen in Kusatsu war besonders schön, da es im Freien liegt.

Schon der Weg zum Onsen war super, da er wirklich toll beleuchtet war.

Weg zum Onsen

Das Becken des Onsen war mit Natursteinen von dem Vulkan verkleidet und das Wasser war mit 43°C schon an der Grenze des Erträglichen. Aber mit der Zeit gewöhnt man sich an alles.

In Kusatsu gibt es noch etwas besonders und zwar führt die heiße Quelle direkt durch den Ortskern.

Die heiße Quelle von Kusatsu

Anschließend sind wir dann noch etwas Essen gegangen. Eigentlich wollten wir in ein Izakaya gehen, aber das war schon voll und so gab es eben wie schon am Mittag Ramen (jap. Nudelsuppe).

Das Programm am Sonntag sah ähnlich aus wie am Vortag, d.h. Skifahren und anschließend in den Onsen. Nur das Abendessen haben wir auf einen Rastplatz an der Autobahn verlegt. Und dieses Mal gab es nicht wieder Ramen, sondern Shanpon, was aber auch eine jap. Nudelsuppe ist, nur eben mit Meeresfrüchten. An dem Wochenende war die jap. Nudelsuppe quasi meine Hauptnahrungsquelle.

Um 20:00h war ich dann wieder zu Hause und ein super Wochenende ging zu Ende. Aber der nächste Ausflug steht quasi schon direkt vor der Tür, da es am 30.12. für 5 Tage nach Kyoto geht…..

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